Starke Wurzeln machen einen stabilen Baum

wurzelnWenn ein Kind heranwächst können wir beobachten, wie es beginnt, dank seiner Sinneswahrnehmungen, vielfältige Fähigkeiten und Handlungen zu entwickeln: Durch die Wahrnehmung mit Augen und Ohren sowie durch das Erfühlen, Schmecken und Riechen gelangen Informationen der Sinne zum Gehirn, werden dort verarbeitet und Befehle oder Reize veranlassen im Körper bestimmte Verhaltensweisen.

Im Kindergartenalter sehen wir ein Kind, dass die Fähigkeit der Sprache entwickelt, die Hand einsetzt, um zu zeichnen und zu basteln, den eigenen Körper durch sportliche Aktivität kennenlernt. In der Schule lernt das Kind zu schreiben, zu rechnen, zu lesen oder einfach nur stillzusitzen und einer Geschichte zu folgen, die vorgelesen wird.

Wenn unser Gehirn die Wahrnehmungen unserer Sinne jedoch nicht richtig verarbeitet, können Reize nicht richtig weitergeleitet werden. Man spricht von Teilleistungsschwächen. Dabei wird der Wahrnehmungsprozess einerseits durch „falsche Verknüpfungen“ von Informationen im Gehirn selbst beeinflusst, als auch durch Aufmerksamkeitsvermögen, Gedächtnisleistung und Emotionen.

Folge davon können Sprachstörungen, motorische Ungeschicklichkeit oder Schwierigkeiten, sich an Regeln in der Gemeinschaft zu halten, sein. Im Schulalter können sich diese Teilleistungsschwächen durch Lese- und Rechtschreibschwäche oder Rechenschwäche bemerkbar machen. Die Psychologin Dr. Brigitte Sindelar spricht von Symptomen von teilleistungsschwachen Kindern, die wir „in der Baumkrone“ eines Kindes beobachten können.

Es ist besonders wichtig jedes Kind einzeln zu betrachten und es je nach Entwicklung und Reife des eigenen „Wurzelwerkes und Stammes“ dort abzuholen, wo es gerade steht. Ist es für das Kind schwierig, in einem Diktat konzentriert zuzuhören oder bei Schreibaufgaben Laute von Silben und Worten richtig zu unterscheiden und Buchstaben entsprechend niederzuschreiben, können dies Lernschwierigkeiten sein, die ihre Grundlage in Teilleistungsschwächen haben.

Ein Kind, das in einer solchen Situation mit einem zu hohen Arbeitspensum konfrontiert wird, ist schnell demotiviert, weil es merkt, dass egal wie oft es übt, immer dieselben Fehler passieren. Daher ist es im Training mit dem Kind wichtig, sich nicht an einen externen Trainingsplan zu halten, sondern diesen gezielt auf das Kind abzustimmen und dem Kind die Zeit zu geben, die es braucht, um vorerst Defizite durch Teilleistungsschwächen zu meistern. Dies mag den Lernprozess kurzfristig verlangsamen, langfristig jedoch gewinnt das Kind Selbstvertrauen zurück, da es individuelle Schwächen durch spezielles Training überwindet. Danach macht es Lernerfahrungen in viel größeren Schritten und vor allem mit viel mehr Freude – die Basis für erfolgreiches Lernen für das ganze spätere Leben.

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