Geschichten erzählen und inspirieren

Geschichten sind so alt wie die Menschheit selbst.  Dank Erzählungen von einer Generation zur nächsten können wir heute verstehen, wer wir sind unwaldd woher wir kommen.

Es ist nur verständlich, dass Kinder Geschichten lieben. Sie helfen, ihr näheres Umfeld, Begebenheiten in Gesellschaft und Natur zu verstehen. Besonderen Eindruck machen Geschichten, die frei aus dem Gedächtnis erzählt werden.

Nichts fesselt unsere Aufmerksamkeit so wie Geschichten und wir können Werte und Moralvorstellungen auf spannende Weise zu vermitteln.

Was bewirken Geschichten?

  • Sie feuern unsere Vorstellungskraft an.
  • Wir vermitteln Emotion durch Gestik und Mimik.
  • Die gesprochene Sprache fesselt uns, Kinder sind fasziniert von neuen Worten in Reimen, Gedichten und Liedern.
  • Es fördert unser Zusammensein.

Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen heute außerdem, dass wir uns Informationen, die in Geschichten verpackt sind, mit höherer Wahrscheinlichkeit merken, als wenn wir nur die einfachen Fakten vorgelegt bekämen.

Wenn wir Kindern Geschichten erzählen, sollte es unser Ziel sein, sie zu inspirieren und den Reichtum unserer Sprache zu vermitteln. Geschichten haben Wirkung, wenn wir beim Erzählen mit Eindrücken für alle Sinne verknüpfen. Erzählungen aus der Pflanzen- oder Tierwelt, die zeigen, wie sich alles harmonisch ineinanderfügt, oder über Persönlichkeiten,  die mit Ihrem Mut, Waghalsigkeit, großen Werken beeindrucken, liefern gutes Material für spannende Geschichten.

Wie können Sie selbst ein guter Geschichtenerzähler werden?

  1. Merken Sie sich den Anfang und das Ende einer Geschichte. Merken Sie sich nur ein paar Ankerpunkte des Mittelteils der Geschichte.
  2. Tragen Sie sich die Geschichte selbst vor und fragen Sie sich immer „Was passiert als nächstes?“ Haben Sie den Übergang, das Wort, zum nächsten Abschnitt der Geschichte parat.
  3. Merken Sie sich eine Geschichte mit der Loci-Methode, wie sie schon in der Antike von Cicero genutzt wurde, um sich lange Reden einzuprägen. Bestimmten Orten im Haus wird eine Stelle der Geschichte zugeordnet. Beim Durchgehen durchs Haus assoziieren Sie immer einen Ort mit dem Ausschnitt aus der Geschichte.
  4. Seien sie sich ihrer Gestik und Mimik bewusst, oft kann das Hinlehnen zu Kindern beim Erzählen eine gute Wirkung erzielen. Augenkontakt und ein Spiel mit der Stimme steigern die Spannung.
  5. Erwecken Sie schon mit der Einleitung Ihrer Geschichte Neugier, etwa so: „Ich hab Dir ein kleines Geheimnis zu erzählen..“
  6. Setzen Sie eine reiche Vielfalt an Worten ein, um die Geschichte auszumalen. Spielen Sie mit kurzen Pausen, etwa bevor Sie einen sich wiederholenden Satz vortragen.
  7. Übung macht den Meister. Erzählen Sie sich die Geschichte zuerst selbst, bevor Sie sie einem Freund vortragen, zuerst mit Notizen und schließlich frei aus dem Gedächtnis.

Ein Beispiel zur Inspiration gefällig?

Ich bin ein Lindenbaum. Ich stehe voller Stolz am Dorfplatz und strecke meine Äste nach allen Seiten, denn ich weiß, dass ich hier noch sehr lange stehen werde. Es gibt nämlich Ururgroßväter von mir die bis zu 1000 Jahre alt wurden! Ich werde bis zu 40 Meter hoch und meine Rinde enthält wertvolle Fasern, aus denen Bast gewonnen wird. Wusstest Du, dass der Ainu-Stamm in Japan meinen Bast für das Nähen ihrer traditionellen Kleider nutzt?

Meine Blätter haben eine herzförmige Gestalt und meine Blüten sind gelb. Bienen lieben meine Pollen, und Imker schätzen den Lindenblütenhonig sehr, den meine Freunde machen. Jedes Jahr freue ich mich besonders, wenn eine Großmutter mit ihrer Enkelin vorbeikommt, und meine Blüten sammelt und trocknet. Sie sagte mir einmal im Vertrauen, dass sie gerne einen Tee brüht mit meinen Blüten, wenn sie Halsweh oder Fieber hat.

Noch eine Geschichte von meinen Ururgroßeltern. Die haben mir erzählt, dass schon die Germanen unter Ihren Kronen Gericht gehalten haben und uns „heilige Bäume“ genannt haben. Urteile sollen unter unserer Krone außerdem immer „lind“ ausgefallen sein!

Auch fand sehr oft die Brautschau unter meinen Vorfahren statt, denn meist standen auch sie mitten im Ort. Es wurde um den Stamm getanzt und gefeiert. Willst Du nun auch ein Lied für mich singen?

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